Photo: Bogaerts, Rob / Anefo

John Cage

John Cage wurde am 5.September 1912 in Los Angeles geboren und starb am 12. August 1992 in New York City.

Zunächst studierte er zwei Jahre Literatur am Pomona College in Claremont, ging dann 1930 nach Europa und studierte in Paris gotische und griechische Architektur bei Ernö Goldfinger und Klavier bei Lazare Lévy. 1932 begann Cage ein Kompositionsstudium, zunächst bei Richard Buhlig. Ab 1934 studierte er Harmonielehre bei Adolph Weiss und belegte Kurs in moderner Harmonie bei Henry Cowell. 1935 kehrte er nach Los Angeles zurück und nahm bis 1937 Privatunterricht in der Kompositionstechnik Kontrapunkt bei Schönberg.

1938 zog Cage nach San Francisco, wo er am Cornish College of the Arts als Pianist und Korrepetitor für die Tanzklassen der Choreografin Bonnie Bird mitwirkte. Im selben Jahr zog Cage nach Seattle, hielt Vorlesungen und gründete ein Schlagzeugensemble.

Im Jahr 1940 kehrte Cage nach San Francisco zurück. Dort komponierte er Bacchanale, seine erste Komposition für das von ihm erfundene präparierte Klavier. Im selben Jahr setzte Cage, in Vorstufe zu den Pop-Art-Environments, in Living Room Music. A Story alltägliche Wohnzimmergegenstände zur Klangerzeugung ein. An der Chicago School of Design unterrichtete er eine Klasse in experimenteller Musik. Dort lernte Cage Max Ernst und Peggy Guggenheim kennen. Sie luden ihn zu sich nach New York ein, wo er in einen Kreis von Musikern und bildenden Künstlern eingeführt wurde.

Cage unterrichtete am Black Mountain College in North Carolina und erhielt 1949 von der Guggenheim-Stiftung ein Guggenheim-Stipendium sowie eine Auszeichnung der America Academy of Arts and Letters mit einem Preisgeld von 1.000 US-Dollar, die ihm einen weiteren Europaaufenthalt ermöglichte.

1950 kehrte Cage zurück nach New York und lernte den Pianisten David Tudor sowie die Komponisten Morton Feldman und Christian Wolff kennen. Wolff schenkte ihm das chinesische Buch der Wandlungen, auf dessen Grundlage John Cage 1951 unter anderem Music of Changes, sein erstes, vollständig auf der Basis des Zufallsverfahrens basierende Stück, realisierte.

Im Sommer 1952 hatte John Cage einen erneuten Lehrauftrag am Black Mountain College und inszenierte in diesem Jahr mit Untitled Event das erste Happening überhaupt.

1956 unterrichtete Cage an der New Yorker New School for Social Research und öffnete seinen Unterricht für Interessierte. Als Lehrer übte John Cage einen großen Einfluss auf die Anfänge der Fluxus-Bewegung aus.

1958 unterrichtete Cage bei den Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. 1959 lehrte er erneut an der New School for Social Research in New York, diesmal zu den Themen Pilzbestimmung und experimentelle Komposition.

In den letzten sechs Jahren seines Lebens (1986–1992) komponierte Cage eine Serie so genannter number pieces („Zahlenstücke“). Insgesamt handelt es sich um 52 Kompositionen für einen bis 108 Musiker. Benannt sind die Stücke nach der Anzahl der vorgesehenen Musiker.

Drei Wochen vor seinem 80. Geburtstag starb John Cage in seiner Wohnung in New York an einem Schlaganfall.

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