Karsten Gundermann

Karsten Gundermann (*1966), studierte Komposition in Dresden, klassisches Chinesisches Theater in Peking und Musik für Film und Theater an der New York University. Bekannt wurde Karsten Gundermann 1993, als er mit der "Nachtigall" als erster Europäer eine Pekingoper komponierte. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er freischaffend für Werbung, Film und Fernsehen („Schätze der Weltkultur“ ZDF-Serie, „Verrückt nach Paris“ Spielfilm 2001)

Als Komponist und Kulturmanager setzt er sich in zahlreichen Projekten für Kulturaustausch und Völkerverständigung ein. Ein Schwerpunkt seines Schaffens widmet sich der Einbindung ausländischer Instrumente ins europäische Sinfonieorchester. (u.a. „Didgeridoo-Konzert“ 2003, „Hardangerfiedelkonzert“ 2004, „Konzert für Maultrommel und Orchester“ 2008, „Konzert für Bansuri und Streichorchester“, 2014). Die Auseinandersetzung mit außereuropäischer Musik ermöglichte Gundermann gleichzeitig eine neue Annäherung an die eigene deutsche Volkskunsttradition. So entstanden zahlreiche Volksliedbearbeitungen und in jüngster Zeit Forschungen im Bereich des sächsischen Minnegesangs („Das Hohe Lob der Frau“, 2009 und „Kreuzleich“, 2017 - zwei Oratorien nach Heinrich von Meissen).

In enger Zusammenarbeit mit dem Dresdner Kammerchor und dem Rias Kammerchor entstanden zahlreiche Versuche der Entwicklung neuer Vokalmusik, als Crossover („Chinesisch Deutsche Jahres- und Tageszeiten“ Goetheoratorium, 2003, „Le Cinesi“ Barockoper mit Pekingoper, 2010) Klangcollagen oder als Videoexperiment („Emotik“, 2009, „Lachmusik“, 2012). In den letzten Jahren gibt es wieder eine stärkere Hinwendung zum Musiktheater, Kammeroper und Oper („Kafkas Prozeß“ 2009, „Eroica“ 2010, „Die Wassermelonenkerne“ 2014). In Auseinandersetzung mit der Musik von Gamekonsolen und Computerspielen entstand 2007 Gundermanns erste deutschsprachige Oper „Faust 2“ nach Goethe, die in Dresden und Bremen erfolgreich aufgeführt wurde.

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