Vibrato 1 und Vibrato 2 - Gourzi, Konstantia

Titel

Vibrato 1 und Vibrato 2, op. 38

KompositionGourzi, Konstantia
Besetzungfür Streichquartett und Klavier
Detaillierte Besetzung2 Violinen, Viola, Violoncello, Klavier
Dauer8 Minuten
Schwierigkeitsgrad2 leicht
SchlagwörterMinimal, offene Form, Präparierungen

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

„Vibrato 1 und Vibrato 2“ sind zwei kurze Sätze, die durch lange Phrasen, Ostinato-Bässe und großflächige Harmonien einen ruhige, schwebende Atmosphäre kreieren. Beide Sätze basieren auf demselben harmonisch-melodischen Verlauf bei den Streichern, nur die Klavierstimme ändert sich.

Notation

Die Notation des Stückes ist traditionell. Im zweiten Satz sind die Klaviereinsätze metrisch unabhängig notiert und müssen im eigenen Tempo ohne Berücksichtigung der Streicher gespielt werden.

Anforderungen

Das Stück ist spieltechnisch einfach.

Das Violoncello spielt einen durchgehenden eintaktigen gezupften Ostinato-Bass im Unisono mit der linken Hand des Klaviers. Diese Stimme kann von einem/einer Anfänger*in ohne große Schwierigkeiten bewältigt werden.

Die restlichen Streicher spielen weitgehend langgehaltene Töne, gefärbt durch Tremoli, sul ponticello/sul tasto-Klänge, Glissandi, schnelles und langsames Vibrato und Pizzicati (optional auch mit linker Hand). Die verschiedenen Spieltechniken sind abwechslungsreich eingesetzt, aber nicht schwierig umzusetzen.

Die Klaviersaiten müssen durch ein oder mehrere schwere Bücher partiell abgedämpft werden, sodass ein metallischer, dumpfer Klang entsteht. Diese Präparierung ist nicht aufwändig und ungefährlich für das Instrument.

Die Klavierstimme besteht im ersten Satz aus einem Ostinato-Bass in der linken Hand und kurzen einstimmigen Melodien sowie einfachen diatonischen Akkorden (höchstens dreistimmig) in der rechten Hand. Der zweite Satz besteht aus einfachen zweistimmigen, um sich kreisenden Melodien.

Das Stück beruht auf einem durchgehenden 5/4-Metrum. Der/die Cellist*in und Pianist*in (im ersten Satz) mit ihren Ostinati tragen hier die volle Verantwortung als rhythmischer Motor des Ganzen!

Das Stück ist rhythmisch nicht komplex: Lange Töne und kurze Melodien bauen auf dem gleichmäßigen Puls der Ostinato-Linie auf. Die beiden Geiger*innen und die Bratsche spielen dabei mit wenigen Ausnahmen im rhythmischen Unisono, das Klavier etwas freier. Wichtig ist, die wenigen Passagen, in denen ein einzelnes Instrument andere Rhythmen spielt, als kleine Soli zu begreifen und dementsprechend mutig hervorzuheben!

Für das Klavier ist es im ersten Satz wichtig, aufmerksam auf die Ostinato-Linie des Violoncellos zu hören und so die Einsätze der rechten Hand rhythmisch präzis zu spielen, da sie oft mit den restlichen Streichern zusammengehören. Im zweiten Satz spielt das Klavier hingegen im eigenen Tempo, unabhängig von den Streichern, und kann den Einsatzpunkt der kurzen Passagen frei wählen. Die Herausforderung besteht hier darin, die beiden Tempoebenen auseinanderzuhalten und sich vom Tempo der anderen Gruppe nicht beeinflussen zu lassen!

Dynamik und Klangfarbe sind wichtige Parameter des Stückes. Fast jeder Akkord hat eine eigene dynamische Entwicklung und eine charakteristische Farbe. Die Herausforderung ist hier, die Lautstärke aller Instrumente auszugleichen (besonders bei Klangfarben wie tremolo, sul ponticello oder sul tasto in Kombination mit dem präparierten Klavier), um einen homogenen Klang zu erreichen.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

Dieses Werk benötigt relativ geringe Einstudierungszeit. Es empfiehlt sich, zuerst mit dem Streichquartett allein zu proben, um einen homogenen Klang in Hinsicht auf Lautstärke und Farbe zu erreichen und ein gemeinsames Gefühl für Zusammenspiel zu entwickeln.

Für den/die Pianist*in ist es zu empfehlen, zuerst ohne Präparierung zu üben.

Das Stück bietet die Möglichkeit, mit der Präparierung des Klaviers zu experimentieren. Je nach Position der Bücher auf den Saiten können sehr unterschiedlichen Klänge entstehen. Wenn die Präparierung des Klaviers den Klang zu sehr abdämpft, weil ein zu großes oder schweres Buch gewählt wurde, kann stattdessen auch ein Briefumschlag (A4) benutzt werden, in den Papierblätter hineingesteckt werden. Durch die Menge der Blätter lässt sich das Gewicht der Präparierung leicht verändern.

Am Anfang der ersten Tutti-Probe lohnt es sich, etwas Zeit zu verbringen, um einen Klang zu finden, bei dem sich sowohl von der Lautstärke als auch von der Farbe her das Klavier mit den Streichern gut mischt, und zwar die linke Hand mit den Pizzicati des Violoncellos, die rechte Hand mit den Akkorden der hohen Streicher.

„Vibrato 1 und Vibrato 2“ eignen sich für jedes Konzertprogramm. Die zwei Sätze müssen nicht unmittelbar nacheinander gespielt werden, sondern können auch als Zwischenspiele in einem längeren Programm eingeschoben werden.

Bezugsquelle

Erhältlich bei der Komponistin
www.konstantiagourzi.com