Decisionismus 1b - Ogiermann, Christoph

Titel

Decisionismus 1b

Komposition

Ogiermann, Christoph

Besetzung

für 12 Bläser*innen, 4 Percussionist*innen und Zuspiel (6 Kanal)

detaillierte Besetzung

2 Trompeten, 2 Sopransaxophone, 2 Altsaxophone, 2 Tenorsaxophone, 3 Posaunen, Tuba, 4 Schlagzeuger*innen, Zuspiel (6-Kanal)

Dauer

ca. 11‘30‘‘

Schwierigkeitsgrad 4 mittel-schwer
Schlagwörter Live-Elektronik/Zuspiel, Raummusik

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

Decisionismus 1b ist ein raumfüllendes, mächtiges, fast monolithisches Ereignis, das eine sich im Raum um das Publikum herum bewegende Klangskulptur bildet: ein monumentales Event für Augen und Ohren. Das Werk ist für fortgeschrittene Laienmusiker*innen und Schüler*innen gut geeignet.

Notation

Für die Bläser*innen ausschließlich Standardnotation, für zwei von vier Schlagzeuger*innen wird eine Art graphische Notation benutzt.

Anforderungen

  • Die Blasinstrumente werden in zwei Gruppen geteilt; Hoch (jeweils zwei Trompeten, Sopransaxofone und Altsaxofone) und Tief (zwei Tenorsaxofone, drei Posaunen und eine Tuba).
  • Vier Schlagzeuger*innen, in zwei Gruppen aufgeteilt, vervollständigen die Besetzung. Eine detaillierte Beschreibung ihrer Aufgabe ist hier dem Kommentar beigelegt.
  • Zwei der Schlagzeuger*innen begleiten die beiden Bläsergruppen mit jeweils einem Fellinstrument, worauf alle Einser des durchlaufenden 3/8 Taktes geschlagen werden. Diese Aufgabe könnten auch Spieler*innen mit etwas weniger Ensembleerfahrung bewältigen, auch wenn eine gewisse rhythmische Sicherheit notwendig ist.
  • Die anderen beiden Schlagzeuger*innen, die den Klang-Korridor bespielen, haben eine etwas kompliziertere Aufgabe, der eine nicht ganz einfache Entschlüsselung der Schlagzeugpartitur vorausgeht (siehe Downloads).
  • Besonders markant ist der strukturelle Aufbau des Werkes. Eine kleine Motivfolge wird kanonisch bzw. akkumulativ aufgebaut, woraus ein 80-taktiger Abschnitt resultiert. Dieser wird zweimal wiederholt, wobei der zweite Durchlauf 10 zusätzliche Takte enthält (11-15, 26-30). Beim dritten Durchlauf wird das Material zwischen den beiden Gruppen getauscht.
  • Das Stück besteht zu großen Teilen aus punktuellen unisono Einwürfen und kurzen, zusammengesetzten Rhythmen, verteilt über mehrere Instrumente innerhalb einer Gruppe. Wichtig ist ein kompetentes Zusammenspiel und die Fähigkeit, mit einem Dirigenten/einer Dirigentin (über eine ungewöhnlich große Distanz) zu spielen.
  • Die kurzen Einwürfe, aus denen das rhythmische Material des Stückes besteht, sind nicht komplex, enthalten aber einige Synkopen. Die Taktart (3/8) bleibt unverändert.
  • Es werden keine erweiterten Spieltechniken gefordert, der Tonumfang für jedes Instrument liegt in einer für relativ fortgeschrittene Laien bzw. Schüler*innen durchaus komfortablen Lage.
  • Obwohl keine konkrete Dynamik angegeben ist, weist das kompositorische Material auf einen mächtigen, raum-füllenden, fast monolithischen Klang hin. Die verantwortliche Person für die Klangregie muss unbedingt eine gute Balance zwischen Zuspielband und Instrumentalist*innen anstreben, um ein ausgewogenes Klangbild für das Publikum zu erreichen.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Das Werk bedarf eines Dirigenten/einer Dirigentin (mit Clicktrack) sowie einer Klangregie.
  • Der räumliche Aspekt ist ein zentrales Konzept des Werkes und führt zu sehr spezifischen räumlichen Vorgaben. Dirigent*in und Klangregie werden genau mittig im Raum platziert, vor ihnen (quer durch das Publikum) wird der Schlagzeug-Gang aufgebaut. Um das Publikum herum sind die vier Spielpositionen für die Bläser*innen sowie die Positionen für die sechs Lautsprecher.
  • Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen die Spielpositionen für beide Instrumentengruppen beim dritten und letzten Durchgang. Auf Grund des „Materialwechsels“ bekommt das Publikum das gleiche rhythmische Ergebnis zu hören, nur werden die Tonlagen (hoch und tief) getauscht.
  • Hinsichtlich der Akustik bevorzugt der Komponist einen halligen Raum, z. B. eine Kirche.
  • Auf Grund der großen Entfernung beider Gruppen stellt eine akkurate Wiedergabe der Kompositrhythmen ggf. eine große Herausforderung dar. Insofern ist es sehr empfehlenswert, die besonderen akustischen Bedingungen sowie die Entfernungen zwischen den Spielpositionen während der Probenphase zu beachten und die Probenlokalität entsprechend auszuwählen.

Bezugsquelle

Erhältlich beim Komponisten (christoph-ogiermann(at)web.de)