Foto: Boosey & Hawkes, New York

Claude Vivier

Claude Vivier wurde am 14. April 1948 in Montréal geboren und gilt als einer der bedeutendsten kanadischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Als Sohn unbekannter Eltern wurde er mit drei Jahren adoptiert und katholisch erzogen. Nachdem er als Sechzehnjähriger wegen „unreifen Benehmens“ vom Priesterseminar verwiesen wurde, begann er 1967 sein Studium am Conservatoire de Musique in Montréal.

Zu seinen Lehrern zählten Gilles Tremblay (Komposition) und Irving Heller (Klavier). Anschließend ging Vivier nach Europa, wo er bei Gottfried Michael Koenig am Institut für Sonologie der Universität Utrecht elektroakustische Musik und bei Karlheinz Stockhausen an der Hochschule für Musik in Köln Komposition studierte

1973 kehrte er nach Kanada zurück. Im Herbst 1976 unternahm Vivier längere Reisen nach Japan, Bali und in der Folge in den Nahen Osten (Iran), die ästhetische Konsequenzen für sein Denken und Komponieren hatten. Ab 1982 lebte er in Paris.

In der Nacht vom 7. zum 8. März 1983 wurde Vivier im Alter von 34 Jahren in seiner Wohnung umgebracht. Sein Mörder, ein 19jähriger, mit dem sich möglicherweise eine Beziehung anbahnte, wurde später gefasst und verurteilt.

Viviers Werk ist vornehmlich von biographischen Zügen wie seiner unbekannten Familienherkunft, der Suche nach der Mutter, seiner Homosexualität und seinen religiösen Bekenntnissen geprägt.