Zu vier Händen – Dimpker, Christian

Titel

Zu vier Händen : Interventionen für Konzertflügel

Komposition

Dimpker, Christian

Besetzung

Für Klavier und Assistenz ; for piano and assistance

detaillierte Besetzung

KlavierspielerIn und AssistentIn an einem Flügel (Aufführung an einem Klavier nicht möglich), Alltagsgegenstände

Dauer

10 - 11 Minuten

Schwierigkeitsgrad

6 professionell

Schlagwörter

Alltagsgegenstände, erweiterte Spieltechniken

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

„Zu vier Händen“ von Christian Dimpker ist ein klangfarbenreiches Stück, das durch eine Vielzahl verschiedener Spieltechniken zweier SpielerInnen am Flügel gestaltet wird - im Innenraum mit den Händen und teilweise auch unter Einsatz von Gegenständen, sowie an den. Die Klanglichkeit des Stücks entsteht durch eng aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der beiden SpielerInnen im Innenraum. Viele Klänge werden tatsächlich „in simultaner Zusammenarbeit“ der beiden SpielerInnen von den entgegengesetzten Seiten des Flügels aus gemeinsam erzeugt. Durch diese Art des Zusammenspiels werden teilweise Klänge und Geräusche erzeugt, die ein/e einzelne/r SpielerIn am Flügel nicht spielen könnte.

Das Stück besteht aus vier Sätzen, hier bezeichnet als Teil A, B, C und D. Die vier Teile unterscheiden sich in Tempo, Dynamik und Charakter.

Notation

Konventionelle und graphische Notation. Zudem Texterläuterungen zu Spielweisen.

Anforderungen

  • Das Stück wird von zwei SpielerInnen an einem Flügel gespielt.
  • Ein/e SpielerIn (K) ist PianistIn und sitzt an der Tastenseite des Flügels, der/die andere SpielerIn bzw. AssistentIn (A) benötigt keine speziell pianistischen Vorkenntnisse und sitzt an der Rückseite des geöffneten Flügels.
  • Beide SpielerInnen spielen im Innenraum des Flügels auf Saiten und Korpus, teils mit den Fingern und Händen, teils mit Gegenständen. Der/Die PianistIn (K) spielt zusätzlich auch an den Tasten.
  • Beide SpielerInnen (PianistIn und AssistentIn) benötigen Vorkenntnisse des zeitgenössischen Partiturlesens auf sehr hohem, durchweg professionellem Niveau bzw. ausführliche Begleitung aller Proben durch eine/n erfahrene/n ProbenleiterIn.
  • Anforderungen an den/die Pianisten/in: Teil A und B: Schwierigkeitsstufe 4-5; Teil C und D: Schwierigkeitsstufe 6
  • Das Entschlüsseln der Partitur benötigt Zeit und Geduld. Jeder Takt enthält besondere Anweisungen, die in Textkästchen und graphischen Darstellungen die erforderlichen Spielweisen und Gegenstände genau beschreiben ( z.B. Faust, Fingerspitze, Stelle des Flügels, die bespielt wird, Gegenstände wie Trommelstock, Tastenklappe, Gewindestange, Bottleneck, Plastikkamm, Plastikbesen usw.).
  • Man benötigt eine gewisse Zeit, um sich einzulesen und alles zu erfassen. Es ist alles sehr gut und genau notiert und erklärt. Hat man sich die Spielweisen, den Rhythmus und die Klangstruktur eines Taktes einmal angeeignet, ist die Notation sehr übersichtlich und für beide SpielerInnen gut lesbar. Es ist dann jederzeit gut zu verfolgen, was der/die jeweils andere SpielerIn tut.
  • Jeder Takt steht in einer anderen Taktart. Über jedem Takt stehen die Taktangaben: z.B. 21:16 (bedeutet 21-Sechzehntel-Takt,) 9:8 (bedeutet Neun-Achtel-Takt) usw.
  • Das Zusammenspiel der beiden SpielerInnen ist außerordentlich eng aufeinander abgestimmt, so dass zahlreiche Proben stattfinden müssen.
  • Viele der Klänge werden durch gemeinsame, simultan stattfindende Aktionen erzeugt.
  • Beispiel: Teil C, Takt 1: Während (K) einen Akkord an der Tastatur spielt, greift (A) an der entgegengesetzten Seite des Flügels an den entsprechenden, vorher markierten Saiten die zu den Tönen (K)‘s gehörigen Flageolettöne und zupft gleichzeitig eine der von (K) an der Tastatur angeschlagenen Saiten. (K) spielt daraufhin eine staccato-Figur im Bass, die (A) unisono mit Flageolettgriffen mitgestaltet.
  • Viele rhythmische Aktionen beruhen auf simultanem Spiel, es gibt aber auch viele Stellen, in denen die SpielerInnen z.B. Achtelseptolen gegen Vierteltriolen u.ä. spielen. Ein professioneller Grad an rhythmischer Vorbildung ist somit erforderlich.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Zu Beginn des Einstudierens sollten die SpielerInnen eine Liste mit den erforderlichen Gegenständen und allen in der Partitur vorkommenden Spielweisen eigenständig anfertigen. Dann ist bereits alles, was in der Partitur vorkommen wird, vorher bekannt.
  • Um ein Gefühl für die Partitur zu bekommen, könnte man mit der Einstudierung des B-Teils beginnen. Dieser ist ein langsamer Satz mit relativ wenigen, zeitlich etwas weiter auseinanderliegenden und gut verständlichen gemeinsamen Aktionen.
  • Jeder einzelne Takt sollte im Probenverlauf genauestens rhythmisch erfasst werden, indem die SpielerInnen gemeinsam ausschließlich klatschen/klopfen und sich bereits die Einsätze geben.
  • Man sollte sich viel Zeit nehmen, um die Flageolettstellen auf den Saiten zu finden, klanglich auszuprobieren, zu markieren.
  • Auch die Partitur sollte farblich markiert und ausführlich „eingerichtet“ werden.
  • Sollte ein Konzert geplant sein, unbedingt vorher beim Veranstalter nachfragen, ob das Spiel mit Gegenständen im Innenraum des Flügels erlaubt ist. An hochwertigen Flügeln sicher nicht erlaubt. Das Stück ist aber auch an mittelmäßigen Flügeln gut spielbar.
  • Zielgruppe SpielerInnen: Sehr hohes bzw. professionelles Niveau.
  • Gut passend z.B. für ein Klavierduo bestehend aus zwei Pianist/Innen (z.B. innerhalb eines Konzerts mit 4händigen Werken, als Stück zur Abwechslung innerhalb eines Konzertprogramms).
  • Ebenso geeignet für ein/e PianistIn und eine/n weitere/r MusikerIn, die bereits ein Duo bilden (z.B. Streichinstrument/Klavier, Percussion/Klavier, Bläser/Klavier u.a.) zur Abwechslung innerhalb eines Konzertprogramms.

Kontakt

http://christiandimpker.de

Bezugsquelle

Kostenloser Download der Partitur unter:

http://www.verlag433.de/autoweb/werk/279-1.html