Pling - Zeller, Fredrik

Titel

Pling

Komposition

Fredrik Zeller

Besetzung

Schlagzeug: 1 Becken (hängend), 6 verschieden helle Metallteile, 2 Woodblocks, kleine Trommel mit Schnarrsaiten

Violine

Klavier vierhändig

Dauer

ca. 5 Minuten

Schwierigkeitsgrad
2 leicht
Schlagwörter
theatralische Elemente / Musiktheater

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

Das Trio „Pling“ von Fredrik Zeller basiert auf einfachen rhythmischen Mustern, die durch die Instrumente wandern, in Teile zerlegt werden, sich verändern und dadurch neue Konstellationen entstehen lassen. Diese Rhythmen bilden nach und nach eine Art motorisch-scherzhaften Marsch, der von einem unerwarteten Ereignis abgebrochen wird: der/die GeigerIn verlässt eigenständig den Saal, der Schluss des Stückes findet nicht auf der Bühne statt, sondern versteckt hinter den Kulissen.

Notation

Die Notation des Stückes ist traditionell mit häufigen verbalen Ausdrucksbezeichnungen und Spielanweisungen.

Anforderungen

  • Das Stück ist spieltechnisch einfach:
    • Die Violine spielt immer in der ersten Lage (oft leere Saiten, gestrichen oder gezupft). Das szenisch gestaltete Ende des Stückes verlangt, dass der/die SpielerIn von der Bühne geht und gleichzeitig im Tempo weiterspielt, was das Gehör, die rhythmische und die körperliche Koordination herausfordert.
    • Das Klavier wird zum Teil wie ein Schlagzeuginstrument behandelt: Die beiden PianistInnen können sich über die vielen kraftvollen Cluster freuen, die die Klanglichkeit des gesamten Stücks prägen.
    • Das Schlagzeug-Setup ist reduziert und bietet zahlreiche Abwechslungsmöglichkeiten: Dynamische Kontraste auf der kleinen Trommel verlangen eine gewisse Kontrolle der Feinmotorik, die Setup-Passagen erfordern rhythmische und spieltechnische Sicherheit. Die häufigen Schlegelwechsel sind geschickt eingerichtet.
  • Im Stück kommen ausschließlich einfache Rhythmen und Metren vor, die dennoch ein starkes gemeinsames Pulsgefühl verlangen: Die Einsätze und Pausen sind individuell und verschiedenartig gestaltet (auf dem Schlag - vor dem Schlag - nach dem Schlag). Oft sind Synkopen, Off-Beats und komplementäre Rhythmen zwischen den einzelnen Instrumenten so verzahnt, dass sie einen gleichmäßigen Puls bilden, der dem Werk seinen tänzerischen Charakter verleiht.
  • Die allgemeine Lautstärke ist laut und energetisch. Sie soll unbedingt übertrieben werden, dem motorisch-fröhlichen Charakter des Stückes entsprechend. Dennoch sind auch viele leise Schatten- und Echo-Effekte vorhanden.
  • Die Dynamik ist für jedes Instrument individuell gestaltet und fein gestaffelt (ppp bis fff).

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Das Stück sollte ohne DirigentIn gespielt werden. Es eignet sich für „ambitionierte Anfänger“, die ihre ersten kammermusikalischen Erfahrungen sammeln möchten.
  • Der Notentext ist relativ einfach. Daher sollten die rhythmische Arbeit und das Zusammenspiel in den Vordergrund rücken. Mit diesem Werk können wichtige Grundlagen der (nicht nur zeitgenössischen) Kammermusik erlernt werden, wie zum Beispiel:
    • ein gemeinsames Pulsgefühl zu entwickeln, auf den Gesamtrhythmus zu hören und trotzdem die eigene Stimme mit Überzeugung auszuspielen. Dafür können einzelne Stellen ohne Instrument singend oder klatschend geprobt werden, nicht nur um sich den richtigen Rhythmus einzuprägen, sondern auch um den gemeinsamen Groove zu finden, ohne den das Stück nicht leben kann.
    • Das Üben mit Metronom und lautes Zählen können in den ersten Proben hilfreich sein, um während der häufigen Pausen „im Fluss“ zu bleiben.
    • Die drei InstrumentalistInnen agieren häufig in unterschiedlichen Lautstärken und erzeugen durch Echos und Schattenklänge ein „dreidimensionales Klangbild“, das nicht verflacht werden darf. Das heißt, die MusikerInnen dürfen sich nicht von der Gesamtdynamik irritieren lassen, sondern müssen immer wissen, wie das jeweils eigene Spiel das Gesamtergebnis beeinflusst: Bin ich zu laut/leise? Kann ich die anderen hören? Werde ich gehört? Wie ist die Balance? Diese Fragen betreffen besonders die beiden PianistInnen und den/die SchlagzeugerIn, deren Instrumente von Natur aus lauter sind.
    • In diesen Fällen ist es oft sehr nützlich, die Proben aufzunehmen, damit die MusikerInnen einen Eindruck des Gesamtklangs bekommen. Dadurch bekommen sie eher ein Gefühl dafür, wie beim Spielen besser reagiert werden kann.
    • Das gemeinsame Tempogefühl und der musikalische Charakter können mit der Körpersprache unterstützt werden: Wer soll wo einen Einsatz geben? Wie gebe ich einen Einsatz? Wer hat an welcher Stelle die Führung? Dabei hilft natürlich, die eigene Dynamik zu übertreiben und immer in Richtung der anderen MusikerInnen zu spielen... Ziel ist, die InstrumentalistInnen vom Notentext „wegzubekommen“, damit sie sich auf das aktive Zusammenspiel in all seinen Möglichkeiten konzentrieren können. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine lebendige Aufführung! Tänzerische oder maschinenhafte Assoziationen (nur gedanklich oder auch körperlich ausgedrückt)sind dabei immer willkommen.
  • Für die/den SchlagzeugerIn kann sehr hilfreich sein, in der Stimme jedes Instrument mit verschiedenen Farben zu kennzeichnen und ggf. einzelne Stellen umzuschreiben (besonders bei den Setup-Passagen).
  • Das szenisch gestaltete Ende des Stückes verlangt, dass der/die GeigerIn mit der richtigen Geschwindigkeit von der Bühne geht, den anderen MusikerInnen zuhört und mit ihnen im Tempo und auswendig weiterspielt. Hier könnten Koordinations- und Motorikübungen in der Kombination aus Bewegung und Spiel für den/die GeigerIn notwendig sein, um die gewünschte körperliche Freiheit zu entwickeln.
  • Das Werk benötigt eine Bühnensituation, in welcher der/die ViolinistIn die Bühne während des Spiels schnell und problemlos verlassen und aus der Sicht des Publikums verschwinden kann. Dies kann durch eine Tür, einen Vorhang oder allein durch die richtige Beleuchtung erreicht werden.
  • „Pling“ eignet sich wunderbar für jedes Konzertprogramm, entweder als Interlude zwischen zwei längeren, größer besetzten Werke (klassisch oder zeitgenössisch) oder innerhalb einer Reihe von kammermusikalischen Miniaturen.

Bezugsquelle

Erhältlich beim Komponisten (fredrik-zeller(at)t-online.de)