Nocturne for violin and piano - Cage, John

Titel

Nocturne for violin and piano

Komposition

Cage, John

Besetzung

Violine, Klavier

Dauer

ca. 4 Minuten

Schwierigkeitsgrad

4 mittel-schwer

Schlagwörter

Minimal

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

John Cages „Nocturne for Violin and Piano“ ist ein transparentes, fast minimalistisches Werk, das mit wenigen melodisch-harmonischen Elementen farb- und kontrastreiche Atmosphären mit impressionistischen Anklängen gestaltet.

Notation

Das Stück ist traditionell notiert mit wenigen einfachen Spielanweisungen auf Englisch oder Italienisch. Die Stimmen sind gleichzeitig Spielpartituren.

Anforderungen

  • Die Herausforderungen des Stückes sind das langsame Tempo, die Transparenz, sogar Brüchigkeit der Textur und die durchgehend leise Dynamik.
  • Das Stück ist rhythmisch und metrisch nicht schwer. Die wenigen rhythmisch anspruchsvollen Stellen sind eher als „auskomponiertes rubato“ gedacht.
  • Rein spieltechnisch ist das Stück für die Violine etwas anspruchsvoller als für das Klavier, wobei die Schwierigkeit darin besteht, relativ komplexe technische Bewegungen so sanft und reibungslos wie möglich auszuführen.
  • Konkrete Schwierigkeiten für die Violine: Die Entwicklung eines homogenen Klangs (besonders bei lang ausgehaltenen Tönen), Bogenkontrolle bei Saiten-, Lagen- und Bogenwechsel und die Ausdifferenzierung der Dynamik und der Klangfarben („col legno tratto“, pizzicati, sul tasto, usw.)
  • Konkrete Schwierigkeiten für das Klavier: Die Ausdifferenzierung der Dynamik (durchgehend leiser als mezzoforte, nur eine einzige forte-Stelle) und der Klangfarben bei sparsamen harmonischen und melodischen Figuren. Das Pedal spielt an einzelnen Stellen eine große Rolle.
  • Dennoch ist das Zusammenspiel aufgrund der Reduzierung des Materials für beide InstrumentalistInnen gleich herausfordernd: Ganze Phrasen bestehen oft nur aus einem, zwei oder drei Tönen. Die Herausarbeitung feiner dynamischer und agogischer Nuancen und das genaue „Timing“ der Pausen sind deshalb äußerst wichtig.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen                        

  • Das Stück eignet sich für fortgeschrittene SchülerInnen und Laien, die die technischen Grundlagen ihrer Instrumente schon beherrschen, aber ihre Klangsensibilität und kammermusikalischen Fähigkeiten weiterentwickeln möchten.
  • Außerdem dient es der Entwicklung einer „Virtuosität der Langsamkeit“. Daher ist es wichtig, bei der Einstudierung nicht nur auf die richtige Umsetzung des Partiturtexts, sondern im Besonderen auch auf die körperliche Entspannung und technische Reibungslosigkeit zu achten. Dabei kann das Üben in sehr langsamen Tempi oder in übertrieben ausformulierter Dynamik hilfreich sein.
  • Die Kommunikation zwischen beiden Instrumenten kann durch kammermusikalische Experimente (Atemübungen, Singen, Spielen ohne oder nur durch Augenkontakt, Auswendigspielen...) gefördert werden. Darüber hinaus kann dies dazu dienen, das gemeinsame Musizieren und die Arbeit am Stück spannender zu machen.
  • Im Zusammenspiel sollte besonders auf die dynamische Balance zwischen beiden Instrumenten, ein gemeinsames flexibles Tempogefühl sowie die musikalische Gestaltung der vielen Pausen und stillen Momente geachtet werden.
  • Das Stück eignet sich für jedes Konzertprogramm, besonders aber als Kontrast zu klanglich voluminöseren oder größer besetzten Werken. Wegen seiner Dauer, Besetzung und seines allgemeinen Charakters ist es auch für Kunstausstellungseröffnungen oder sonstige Begleitveranstaltungen geeignet.
  • Aufgrund der transparenten, fast brüchigen Klanglichkeit eignet sich das Werk eher für kleinere Säle oder aber für einen großen Raum mit viel Hall (z.B. Kirche, Ausstellungsraum).

Bezugsquelle

Erschienen bei Edition Peters (www.edition-peters.de)