Minus 2 – Maierhof, Michael

Titel

Minus 2

Komposition

Maierhof, Michael

Besetzung

für 4 Celli und 4 Kontrabässe mit 8 fixierten und 80 schwingenden Objekten

detaillierte Besetzung

Präparierungen, z.B. mit hölzernen Wäscheklammern

Dauer

ca. 8 Minuten

Schwierigkeitsgrad
3 mittel
Schlagwörter

Alltagsgegenstände, erweiterte Spieltechniken / Vokaltechniken, Präparierungen

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

Michael Maierhofs „Minus 2“ ist ein energetisches, verzerrtes Klangbild eines nur aus tiefen Instrumenten bestehenden Ensembles. Die Expressivität verschiedener Geräuschmöglichkeiten, welche normalerweise nicht mit einem Streichorchester assoziiert werden, wird ausgelotet. Das Werk hat demnach optisch wie klanglich eine anregende und eindrucksvolle Wirkung.

Notation

Die Notation des Stückes ist weitgehend traditionell mit Elementen von Space-Notation und Diagrammen zur Verdeutlichung rhythmischer, dynamischer und spieltechnischer Vorgänge. Die wenigen erweiterten Spieltechniken sind durch verschiedene Symbole, Notenköpfe und verbale Anweisungen im Vorwort erklärt und in der Partitur eindeutig gekennzeichnet.

Anforderungen

  • Die Präparierung der Instrumente und die unterschiedlichen Arten der Klangverzerrung spielen in diesem Werk eine große Rolle. Daher ist die Komplexität der anderen Parameter eher niedrig gehalten.
  • Das Stück ist für alle InstrumentalistInnen gleich schwer. Oft wird im Tutti gespielt, unisono oder polyphonisch versetzt. Space-Notation wird als Alternative zu komplexeren Rhythmen eingesetzt; es gibt auch gelegentlich vereinfachte rhythmische Muster, die je nach Spielfähigkeit angepasst werden können.
  • Die rhythmischen Anforderungen ergeben sich hauptsächlich aus dem Zusammenspiel: Die Unterscheidung zwischen Tutti- und individuellen Einsätzen erfordert Aufmerksamkeit von allen Mitwirkenden. Die vorkommenden Tempowechsel sind effektiv gesetzt und praktikabel.
  • Spieltechnisch ist das Stück wirkungsvoll und nicht schwer. Neben der ordinario-Spielart (oft auf leeren Saiten) kommen vereinzelt (Bartók)-Pizzicati, col legno-Battuti, einfache Glissandi und das Spiel hinter dem Steg vor. Die Übergänge sind so gestaltet, dass es immer genügend Zeit gibt, die jeweils nächste Spieltechnik vorzubereiten.
  • Die Kontrabass- und Violoncellosaiten werden mit mehreren Wäscheklammern in verschiedenen Positionen präpariert. Die Präparierung ist effektiv, nach einer kurzen Anleitung schnell umzusetzen und verleiht dem Stück eine wirkungsvolle Klanglichkeit.
  • Die größte musikalische Herausforderung des Stückes besteht darin, die verschiedenen Klangarten so expressiv und kompromisslos wie möglich (trotz oder dank der Präparierungen!) auszuführen, ohne die Präzision zu verlieren. Dafür sollte auf die Bogenkontrolle und die dynamischen Kontraste besonders geachtet werden.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Das Stück eignet sich für experimentierfreudige Musikschulorchester oder Streicherklassen und kann in mäßiger Probezeit einstudiert werden. Die Besetzung ist nicht flexibel.
  • Das Werk sollte mit DirigentIn erarbeitet und aufgeführt werden.
  • Der Komponist stellt nützliche Sounddateien mit Beispielen von den ungewöhnlichen Klängen und Spielarten zur Verfügung. Durch diese Klangbeispiele kann gefördert werden, dass die InstrumentalistInnen die anzuwendenden Spieltechniken nach Gehör perfektionieren und eine eigene Klangvorstellung entwickeln, die sie im Tutti entfalten und ergänzen können.
  • Es wäre hilfreich, vor Anfang der Proben ein erstes „Zusammenkommen“ einzurichten, um die Präparierungen und die Spieltechniken gemeinsam auszuprobieren – wenn nötig auch um Alternativlösungen zu finden –, damit die InstrumentalistInnen erstmals mit ihnen vertraut werden. Dadurch wird das individuelle Üben vor der ersten Tutti-Probe wesentlich erleichtert.
  • Um die Aufmerksamkeit und das aktive Zusammenspiel zu fördern, kann während der Proben festgelegt werden, welche MusikerInnen welche wichtigen Tutti-Einsätze zeigen. Überlegungen wie: „Wie gebe ich einen Einsatz?“ oder „Auf wen soll ich hinspielen?“ stärken das Engagement, den Spaßfaktor und haben dementsprechend eine positive Wirkung bei der Aufführung!
  • Das Stück passt zu jedem Konzertprogramm, besonders in Verbindung mit anderen zeitgenössischen Werken. Seine besonders radikale, überraschende Klanglichkeit ist eher für aufgeschlossene Zuhörer geeignet.

Bezugsquelle

Erhältlich beim Kompoisten (MMaierhof(at)stock11.de)