Memorial - Milliken, Cathy

Titel

Memorial

Komposition

Milliken, Cathy

Besetzung

12 Card pieces for 1-5 (or more) instruments /Voices

detaillierte Besetzung

1 – 5 (oder mehr) beliebige Melodieinstrumente oder Stimmen

Dauer

ca. 12 Minuten

Schwierigkeitsgrad

2 leicht

Schlagwörter

Aleatorik, graphische Notation, Improvisation, offene Form, Raummusik, Vokaleinsatz

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

Cathy Millikens „Memorial“ ist ein kontemplatives und meditatives Werk, das sich als Raummusik konzipiert darstellt, welche mit feinen, ausgesprochen sensitiv-sensiblen musikalischen Gesten moduliert ist. In Erinnerung an und zu Ehren der Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von Tōhoku in Japan 2011.

Notation

Mischung aus grafischer und traditioneller Notation, sowie space notation. Die verbalen Ausführungshinweise für die grafisch notierten Passagen sowie für die formale Gestaltung sind auf Englisch.

Anforderungen

  • Das Werk stellt keine hohen technischen Anforderungen an die SpielerInnen.
  • Erweiterte Spieltechniken werden nicht explizit gefordert, sind in den freien grafischen Teilen aber gut vorstellbar.
  • Rhythmisch ist das Werk leicht.
  • Die Tongebung und die Umsetzung der dynamischen Vorschriften erfordern eine sichere Spielfähigkeit im Pianobereich.
  • Für das Zusammenspiel ist die Bereitschaft zum intensiven Arbeiten an einer sicheren musikalischen Interaktionsfähigkeit erforderlich.
  • Für die praktische Umsetzung in interpretatorischer Hinsicht sind im Ensemble Fantasie, Ideenreichtum und eine hohe Assoziationsfähigkeit bei den SpielerInnen und der Ensembleleitung Voraussetzung.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Bei der Instrumentation des Werks ist es sinnvoll, auf sehr laute Instrumente entweder komplett zu verzichten oder diese mit Dämpfer spielen zu lassen.
  • Für die musikalische Ausgestaltung der grafischen Elemente ist es hilfreich, sich folgende grundsätzliche Gedanken zur Ausführung zu machen (immer unter Berücksichtigung der einschränkenden Vorgaben der Komponistin):

    • Wie werden die grafischen Elemente auf das Ensemble aufgeteilt?
    • Wie werden die Grafiken gedeutet? (Dabei ist die Assoziationshilfe der Komponistin hilfreich, dass das Stück von Fotografien der „Trümmerlandschaften“ aus persönlichen Gegenständen nach der Tsunami Katastrophe inspiriert ist.)

      • Als musikalische Geste an sich, d.h.: die Grafik wird als gesamtes Phänomen begriffen, welches durch die Form und Anordnung der einzelnen Elemente repräsentiert ist und dann entsprechend interpretiert werden kann.
      • Als prozesshafter Verlauf, d.h.: Die Grafik wird analog zur traditionellen Notation in einer abtastenden Bewegung gelesen, woraus eine Interpretation abgeleitet wird. In diesem Fall können die einzelnen Elemente sehr stimmig in Analogie zu den grafischen Elementen auf das Ensemble verteilt werden.
      • Als eine Mischung der beiden oben beschriebenen Möglichkeiten.

    • Wie lassen sich diese Teile sinnvoll und ergebnisorientiert proben?

      • Es bedarf einer genauen Zielsetzung zum expressiven Charakter jeder Grafik (nach intensiver assoziativer Diskussion im Ensemble).
      • Daraus folgend: Definition von genauen Spiel- und Interaktionsvorgaben für das Ensemble.
      • Diese sollten dann in verbaler Form, als Notenschrift oder in erweiterter grafischer Form notiert werden – jeweils für die einzelnen SpielerInnen, so dass sich daraus eine klare Handlungsanweisung ergibt, die probbar ist und gleichzeitig den improvisatorischen Charakter beibehält.

  • Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der geforderten Aufstellung des Ensembles, in der alle Ensemblemitglieder so weit wie möglich voneinander entfernt stehen sollen. Für die Interaktion des Ensembles sollten deshalb klare akustische und visuelle Orientierungspunkte abgesprochen werden.
  • Das Werk eignet sich pädagogisch gut als Einstieg in das Arbeiten mit freien, improvisatorischen Werken auch schon für jüngere Ensembles.
  • Dieses Werk ist besonders gut geeignet:

    • für thematisch zentrierte Konzerte.
    • als Ergänzung und in Verbindung mit bildender Kunst.
    • in kirchlichen Räumen – gerade auch wegen der Konzeption als stimmungsvolle Raummusik.

Kontakt  

www.cathymilliken.com; cjm(at)cathymilliken.com

Bezugsquelle

http://www.australianmusiccentre.com.au/workversion/milliken-cathy-memorial-traces/26740