Madrigal - Haubenstock-Ramati, Roman

Titel

Madrigal

Komposition

Haubenstock-Ramati, Roman

Besetzung

für Chor a cappella

detaillierte Besetzung

gemischter Chor SATB, 16 oder 32 Stimmen
Dauer

ca. 7 Minuten

Schwierigkeitsgrad

5 schwer

Schlagwörter

Aleatorik, erweiterte Vokaltechniken, graphische Notation, Improvisation, Konzeptmusik

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

Roman Haubenstock-Ramatis „Madrigal“ ist ein genauso archaisches wie elementar sinnliches Werk, das trotz seines Entstehungsdatums Anfang der 1970er-Jahre einen lebendigen, aktuellen und ansprechenden Höreindruck zu entfalten vermag. Jedem/r ChorsängerIn sind in diesem Werk aufregende, theatralisch klingende und klangmächtige Aufgaben zugeschrieben. Haubenstock-Ramati, bekannt für seine sehr fasslichen und klar formulierten grafischen Partituren, hat für sein „Madrigal“ eine sehr anschauliche und für die Arbeit am Werk ästhetisch ansprechende wie pragmatisch sinnvolle Notationsform gefunden.

Notation

Teilweise grafische, teilweise traditionell notierte Partitur mit eindeutigen Handlungsangaben. Deutliche Erklärungen und Handlungsanweisungen.
Eine Besonderheit ist, dass auf der linken Doppelseite der Partitur jeweils das zu benutzende Klangmaterial angegeben ist mit den dazugehörigen Erklärungen und auf der rechten Seite einer Partiturdoppelseite die Ausführung des Materials notiert ist, meist in Form einer grafischen Notation, angereichert mit traditionellen Notationselementen.

Anforderungen

  • Die Mischung aus freien Klangtexturen, in denen jede/r SängerIn für sich selber agiert, und den für den Chor klar notierten, gemeinsam zu gestaltenden Partien erfordert eine hohe Aufmerksamkeit und Flexibilität bei allen ChoristInnen.
  • Die tonal ausnotierten Passagen sind intonatorisch schwierig und lassen sich nur durch die Benutzung von Stimmgabeln von jedem Sänger, jeder Sängerin im Chor realisieren.
  • Die rhythmisch präzise notierten Passagen sind sehr übersichtlich und gut realisierbar.
  • Die durch grafische Notation formulierten rhythmischen Verläufe, auch komplementär zwischen den einzelnen Stimmen, sind teilweise sehr komplex.
  • Dynamisch lebt das Werk von starken Kontrasten, hier sind eine sehr schnelle Reaktion und eine gute Kontrolle der Stimme nötig.
  • Für die Chorleitung besteht die Herausforderung vor allem darin, die teilweise komplexen Einsatzfolgen klar anzugeben, gemeinsame Akzente und klangliche „Ausbrüche“ präzise auszuformen, sowie eine didaktisch kluge Einstudierung des Werks vorzubereiten.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Die klare formale Anlage des Werks mit deutlich unterschiedenen Abschnitten erlaubt ein systematisches Vorgehen in der Probenarbeit.
  • Die einzelnen Abschnitte, in denen Klangtexturen durch unabhängiges Agieren der einzelnen ChorsängerInnen zu realisieren sind, lassen sich aufgrund der übersichtlichen Notation und klaren Anweisungen didaktisch sehr sinnvoll für eine Probenarbeit aufbereiten. Hier sind intensive Stimmproben für eine präzise Ausführung unabdingbar.
  • Für den mit „Kanon“ bezeichneten Abschnitt des Werks soll jede Stimme für sich analog einer grafischen Notation eine Auswahl klar definierter Intervalle singen. Dafür ist eine hohe Sicherheit in der Intonation zu erarbeiten, eventuell ist hier sogar eine präzise ausformulierte Fassung mit definierten Tonhöhen sinnvoll. In jedem Fall sollte jede Stimme für sich eine klare Vorstellung für diesen Abschnitt entwickeln.
  • Das Werk ist für ambitionierte Jugend- und Laienchöre gut geeignet, die sich auf das Abenteuer einlassen wollen, komplexe Klangstrukturen zu gestalten, die Ausdrucksmöglichkeiten der eigenen Stimme weit auszuloten, Unabhängigkeit innerhalb der eigenen Chorstimme zu bekommen und absolut sinnlich-theatralische und durchaus virtuos klingende Musik einem aufgeschlossenen Publikum darzubieten.
  • Der Probenaufwand für dieses Werk ist, selbst wenn Erfahrungen mit Neuer Musik vorliegen, sehr hoch.


Bezugsquelle

Erschienen bei Universal Edition
Best.-Nr. UE 14977K (46,95 €)

www.universaledition.com