Der Berg - Das Bergwerk – Holleber, David

Titel

Der Berg - Das Bergwerk

Komposition

Hollber, David

Besetzung

Klavier zu 6 Händen

detaillierte Besetzung

Flügel 6-händig (3 SpielerInnen); Klavier nicht möglich

Dauer

ca. 6 Minuten

Schwierigkeitsgrad

4 mittel-schwer

Schlagwörter

Alltagsgegenstände, erweiterte Spieltechniken, Klassenmusizieren/heterogene Gruppen, Vokaleinsatz

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

„Der Berg/ Das Bergwerk“ von David Holleber ist ein Stück für 3 SpielerInnen an einem Flügel, die viele Teile des Flügels „bespielen“. Das Stück ist in zwei große Teile gegliedert (1. Berg, 2. Bergwerk) und hat Programmmusik-Charakter mit einer in der Werkerklärung erläuterten phantasievollen Hintergrundgeschichte, die am/im Berg stattfindet. Im Innenraum sind viele verschiedene erweiterte Spieltechniken gefordert, wodurch eine große Klang- und Aktionsvielfalt das Werk kennzeichnet. Der programmatische Hintergrund des Stücks (Berg und Bergwerk) beflügelt die Phantasie der SpielerInnen und unterstützt die interpretatorische Erarbeitung.

Notation

Jede der drei Stimmen ist notiert in einem übersichtlichen, einfachen Notenliniensystem unter Verwendung traditioneller Notenschrift und vielen hinzugefügten Zeichen, die die verschiedenen Gegenstände/Aktionen kennzeichnen. Eine gut formulierte, ausführliche Legende erklärt alle im Stück verwendeten Gegenstände und Zeichen.

Anforderungen

  • Das Stück wird sowohl im Innenraum des Flügels als auch an den Tasten gespielt. Die drei SpielerInnen spielen im Stehen.
  • SpielerIn I und III spielen ab und zu an den Tasten und sollten mittlere pianistische Vorkenntnisse mitbringen. Die an den Tasten zu spielenden Stellen sind leicht bis mittelschwer.
  • SpielerIn II benötigt keine pianistischen Vorkenntnisse.
  • Alle drei SpielerInnen spielen in erweiterten Spieltechniken, vokalen Einzelaktionen und erzeugen Klänge und Geräusche mit Gegenständen im Innenraum/am Flügelkorpus.
  • Alle drei SpielerInnen benötigen gute Lesekenntnisse aller Noten- und Pausenwerte (Lesefähigkeit zwischen Ganzer Note und 32tel-Wert)
  • In moderner Musik ungeübte SpielerInnen benötigen möglicherwiese Anleitung für das Verständnis der Notation.
  • Benötigtes Spielmaterial: Drei 2-Euro-Münzen, zwei weiche Filzschlägel, ein Weinglas.
  • Spieltechnische Anforderungen:

    • SpielerIn I und III sollten Klavierspieler mit Vorkenntnissen sein und schnelle Fünftonfiguren spielen können (Niveau ca. untere Mittelstufe). Hauptsächlich werden aber auch in diesen beiden Stimmen Geräusche und Klänge im/am Fügel, auf den Saiten erzeugt.
    • SpielerIn II spielt ausschließlich perkussive und geräuschhafte Aktionen im Innenraum, muss also nicht unbedingt Klavier spielen können.
    • SpielerIn I und II haben einige wenige lautmalerische Vokaleinsätze mit nicht näher bestimmten Tonhöhen, eher leise Ausrufe wie „ah!“ und „oh!“. Keine besondere Stimmbildung erforderlich.
    • Das Spiel im Innenraum erfordert eine gewisse Körpergröße. Sollte diese noch nicht erreicht sein, müsste man evtl. mit Podesten nachhelfen.

  •  Dynamik:
  • Jede Phrase in jeder Stimme ist mit Dynamikzeichen zwischen pp und ffff versehen, sowie crescendi, decrescendi, Akzente und zusätzliche Wortanweisungen. Es macht Freude, den Anweisungen zu folgen. Alles ist sehr genau und unmissverständlich notiert.
  • Zusammenspiel:

    • Die drei SpielerInnen agieren im gesamten Stück als „Trio“. Jede Stimme ist jederzeit im Einsatz und ist musikalisch gleichberechtigt. Die Aktionen sind so verschieden voneinander, dass jederzeit ein dichter, faszinierend vielschichtiger Klang wie von verschiedenen Instrumenten erklingt und ein „reichhaltiger Kammermusikklang“ entsteht. Beispiel: Während SpielerIn I geheimnisvoll und leise „ah!“ und „uh!“ flüstert und dabei mit einer Münze an einer Saite kratzt, antwortet SpielerIn II ebenfalls flüsternd mit „ah!“ und oh!“ und trommelt dabei mit den Fingern auf einer Saite. SpielerIn III spielt zur gleichen Zeit mit Schlägeln im Innenraum.
    • Das Zusammenspiel ist dicht und ineinander verzahnt. Gutes Zuhören, Zählen und Mitlesen der jeweils anderen Stimmen ist erforderlich.

  • Es ist alles übersichtlich und gut verständlich notiert und die ungewöhnlichen, aber nicht zu komplizierten Spieltechniken mit spannender Rhythmik sollten Jugendlichen ab ca. 14 Jahren ebenso wie Erwachsenen und auch Profis große Freude machen.

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Achtung: Durch das Spiel mit Münzen auf den Saiten ist das Stück nicht ohne weiteres auf erstklassigen Konzertflügeln spielbar, denn dies schadet den Saiten. Vorher mit dem Besitzer des Flügels abklären!
  • Bevor die SpielerInnen ihre eigene Stimme allein proben, könnte es eine Verständigungsprobe für alle geben, in welcher zunächst die vom Komponisten beigefügte Geschichte des programmatischen Stücks erzählt wird (Berg/Bergwerk).
  • Anschließend könnte die „Legende“ miteinander besprochen werden: Alle Geräusche, Spieltechniken, Spielmaterialien, Partiturbesonderheiten werden ausprobiert, gezeigt und die Stellen im Flügel, die bespielt werden, gemeinsam erforscht und markiert. Auf diese Weise wird automatisch auch ein gemeinsamer Wortschatz für die klanglichen und technischen Anforderungen dieses Stückes erarbeitet.
  • In dieser ersten Verständigungsprobe könnte das gesamte Stück zunächst gemeinsam geklatscht werden. Der Rhythmus der vielen Klangereignisse steht in „Der Berg / Das Bergwerk“ im Vordergrund, und wenn jede/r SpielerIn seine/ihre eigene rhythmische Grundstruktur schon einmal kennt, ist die Basis für das Erarbeiten gelegt.
  • Jede/r SpielerIn sollte die rhythmischen Klatschübungen auch beim eigenen Üben der eigenen Stimme beibehalten.
  • In der ersten Hauptprobe, in der alle SpielerInnen bereits zusammenspielen, ist es sicher hilfreich, wenn der/die ProbenleiterIn/LehrerIn das Trio im 5/4-Takt dirigiert, Einsätze gibt und die verschiedenen Geräusche selbst vokal unterstützt.
  • Zielgruppe SpielerInnen: Jugendliche, die bereits Kammermusik- und Neue Musik-Erfahrung haben und weitere Spieltechniken und ein neues Stück erlernen möchten. Besonders der Einsatz der eigenen Stimme ist eine gute Möglichkeit für junge SpielerInnen, das Selbstbewusstsein für diese Art der Klangerzeugung auf der Bühne zu stärken. (Es handelt sich nicht um „Singen“, sondern eher um geräuschhaftes Sprechen/Flüstern von Vokalen mit dynamischer Formung usw.).
  • Publikum: Ein sehr dankbares Stück für jede Art von Konzerten. Durch die Hintergrundgeschichte eines Unwetters am Berg, einer Höhlenbegehung und den Geräuschen eines Bergwerks, kann sich jeder Zuhörer gut in die Klanglichkeit und Geschichte des Werks eindenken.
  • Sehr gut für Schülerkonzerte geeignet.
  • Sehr gut geeignet als Wettbewerbsstück: 6 Minuten Dauer, 3 SpielerInnen, 1 Flügel.
  • Aber auch im Profibereich mit 3 SpielerInnen ein besonderes Stück, das die Fantasie anregt.
  • Gut geeignet auch für Aufführungen in Museen, Galerien oder z.B. auch als Umrahmung von Lesungen.

Bezugsquelle

Erhältlich beim Komponisten (www.davidholleber.de)

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