65 days – Piper, Hauke

Titel

65 days

Komposition

Piper, Hauke

Besetzung

für 15 Bläser und Vibraphon

detaillierte Besetzung

15 Bläser in 5 Gruppen (zwei Holzgruppen, zwei „weiche“ und eine „harte“ Blechgruppe), z.B. Flöte, Klarinette, Bass-Klarinette, Alt-Sax, Tenor-Sax, Bariton-Sax, 2 Flügelhörner, Horn, 2 Tenorhörner, Euphonium, Trompete 1, Trompete 2, Posaune; einzelne Instrumente können ersetzt werden, Vibraphon kann ersetzt werden

Dauer

ca. 11 Minuten

Schwierigkeitsgrad

4 mittel-schwer

 

KOMMENTAR

Kurzbeschreibung

65 unterschiedlich instrumentierte Dreiklänge bilden in Hauke Pipers „65 days“ eine leise, jedoch kraftvolle Landschaft, deren Farben und Klangschichten sich allmählich verwandeln und ineinander verschmelzen. Die 15 Blasinstrumente agieren wie eine expandierte Kirchenorgel, während das Solo-Vibraphon die Rolle eines strengen, reduzierten Zeitmessers übernimmt.

Notation

Konventionell.

Anforderungen

  • Dieses äußerst wirkungsvolle Stück ist für Laien- bzw. Jugendensembles geeignet, die eine sichere Spieltechnik besitzen.
  • Das vierteilige Werk besteht ausschließlich aus unterschiedlich instrumentierten Dreiklängen, die von einem Vibraphon und 5 Holz- bzw. Blechbläsergruppen gespielt werden.
  • Der/die VibraphonistIn dient als Zeitmesser, da jeweils ein Akkord alle 10 Sekunden gespielt wird. Die BläserInnen müssen ihre Töne halten, solange ihr Atem reicht.
  • Das Stück ist für 1 Vibraphon und die folgenden 15 Blasinstrumente komponiert: Flöte, B-Klarinette, Bassklarinette, Alt-Saxophon, Tenor-Saxophon, Bariton-Saxophon, Waldhorn, 2 Trompeten, 2 Flügelhörner, 2 Tenorhörner, Euphonium und Posaune.
  • Die 15 Blasinstrumente sind in 5 Gruppen unterteilt; Holzgruppe I, Holzgruppe II, „weiches“ Blech I, „weiches“ Blech II und „hartes“ Blech.
  • Einzelne Instrumente können durch andere ersetzt werden, allerdings ist es äußerst wichtig, dass die Gruppenzugehörigkeit gewahrt bleibt. Deshalb muss das Klangspektrum des entsprechenden Instrumentes unbedingt berücksichtigt werden. Dadurch, dass die verschiedenen Klangeigenschaften der 5 Gruppen eine grundlegende Rolle spielen, reduzieren sich die Möglichkeiten Instrumente auszutauschen: Ein Flügelhorn („weiches“ Blech) etwa sollte auf keinen Fall durch eine Trompete („hartes“ Blech) ersetzt werden.
  • Einfacher auszutauschen sind die Holzblasinstrumente, da diese nicht in „harte“ und „weiche“ Gruppen unterteilt wurden. Zum Beispiel könnte ein Alt Saxophon problemlos durch eine B-Klarinette ersetzt werden.
  • Laut Werkkommentar kann das Vibraphon entweder durch Klavier, Synthesizer oder Röhrenglocken ersetzt werden.
  • Alle BläserInnen müssen in Sachen Intonation äußerst sicher sein, denn ein schlecht gestimmtes, unsauberes Klangbild schadet der intensiven Wirkung der Dreiklänge.
  • Das dynamische Verhältnis zwischen einzelnen Instrumenten einer Gruppe spielt eine zentrale Rolle, ebenso auch die Balance zwischen allen 5 Gruppen.
  • Eine Aufführung des Stückes kann deshalb nur gelingen, wenn das Klangereignis in seiner Gesamtheit betrachtet wird und eine äußerst sorgfältige Probenarbeit bezüglich der Balance geleistet wurde.
  • Jede Gruppe sollte eine/n HauptspielerIn oder aber eine „Pilot-Figur“ festlegen, um den Anfang und gegebenenfalls das Ende jedes Dreiklangs anzudeuten.
  • Die instrumentalen Anforderungen für die Blasinstrumente sind keineswegs gering, trotz des einfachen Materials. Einen reinen, sauber intonierten und fein ausbalancierten pianissimo-Dreiklang zu gestalten, bleibt immer eine Herausforderung!

Didaktische Hinweise und Empfehlungen

  • Einige Akkorde sind harmonisch klar definierbar (etwa die um einen Halbton versetzten Dur-Dreiklänge im letzten Teil). Hier sollte es jedem/r SpielerIn bewusst sein, welche Funktion sein/ihr gespielter Ton im entsprechenden Akkord innehat. Nur dadurch kann eine gute Balance entstehen, die bei der Intonation selbstverständlich eine enorm wichtige Rolle spielt. Diese analytische Arbeit muss im Vorfeld geleistet werden.
  • Die gewünschte Dynamik (sempre pp) führt zu zusätzlichen Herausforderungen bezüglich Intonation und Balance, insbesondere in den Akkorden, in denen ein Ton in einer etwas ungünstigen Lage intoniert werden soll. Als Beispiel: der Dreiklang (Gruppe IV) bei 5’40 – hier sollten der/die zweite und dritte SpielerIn auf die erste Trompete Rücksicht nehmen, da das hohe As schwierig zu intonieren ist.
  • Die angegebene Dynamik darf auch nicht zu einem dünnen oder unsicheren Ensembleklang führen. Ein gewisser „Klangkern“ muss stets vorhanden sein.
  • Statt der vorgeschlagenen Holzschlegel können am Schluss harte Gummischlegel benutzt werden. Dadurch klingt das Vibraphon immer noch sehr prägnant und klar artikuliert– aber auch etwas voller im Ton.
  • Der Komponist macht keinen Vorschlag bezüglich der Aufstellung des Ensembles. Um den gewünschten homogenen Ensembleklang zu erzeugen, sollten ähnlich besetzte Gruppen nicht direkt nebeneinander platziert werden.
  • Der Aufführungsanlass bzw. die Räumlichkeit sollte gut überlegt werden. Die allmählichen Änderungen der Klangfarben könnten in einer sehr trockenen Akustik ihre Wirkung verlieren.

Bezugsquelle

Erhältlich beim Komponisten (hauke.piper(at)t-online.de)